Browser: Wer sucht am besten?

Die integrierte Browsersuche ist eine Funktion, die ich beim täglichen Umgang mit Webseiten geradezu exzessiv nutze, um schnell Begriffe oder Wortfetzen innerhalb der gerade geöffneten Seite zu finden.

Wie ich festgestellt habe, kocht diesbezüglich jeder Browser gewissermaßen sein eigenes Süppchen. Das schmeckt manchmal besser und manchmal schlechter. Nur bei den Tastaturkürzeln herrscht weitestgehend Einigkeit:

Aktion Mac OS Windows
Suche starten Cmd + F Ctrl + F
Nächster Treffer Cmd + G oder Enter Ctrl + G oder Enter
Vorheriger Treffer Cmd + Shift + G oder Shift + Enter Ctrl + Shift + G oder Shift + Enter

Folgende Browser (alphabetisch sortiert) habe ich unter die Lupe genommen:

Alle Browser verhalten sich übrigens unter Mac OS X 10.6.8 (außer natürlich der IE) und unter Windows 7 nahezu identisch.

Chrome

Nachdem man die Suche aktiviert, erscheint rechts oben eine knapp 300 Pixel breite Suchmaske, die sich quasi über die Webseite legt. Darunter liegende Suchergebnisse würden dadurch theoretisch verdeckt. Dieses »Interfaceproblem« löst Googles Browser dadurch, dass er die Suchmaske bei eintretendem Ernstfall einfach nach links verschiebt. Ziemlich cool!


Screenshot der Chrome-Suche

Die Anzeige der Suchergebnisse im Scrollbalken ist überaus hilfreich.

Rechts vom Eingabefeld werden alle Suchergebnisse in der Form »1 von 36« textuell zusammengefasst. Die erste Zahl repräsentiert den Treffer, bei dem man sich gerade befindet (im Beispiel der erste Treffer). Die letzte Zahl gibt die Gesamtzahl der Treffer an. Und Chrome listet auch wirklich alle Treffer auf; ein kleine Testsuche mit über 100.000 Suchergebnissen hat das bestätigt.

Treffer werden verzögerungsfrei mit einem gelben Hintergrund hinterlegt; das gerade aktuelle Fundstück wird durch einen orangenen Hintergrund hervorgehoben. Chrome unterscheidet bei der Suche übrigens nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung. Zusätzlich dazu werden Treffer mit einem gelben Strich im Scrollbalken angezeigt. Dadurch bekommt man einen raschen und umfassenden Überblick, an welcher Stelle der Webseite sich Suchergebnisse befinden bzw. wo sie sich häufen. Dieses Feature ist so einfach, wie es genial ist.

Firefox

Der Fuchs platziert die Suchleiste am gesamten unteren Rand des Fensters. Der eigentliche Inhalt (Eingabefeld und Buttons zum Navigieren/Auswählen) ist knapp über 660 Pixel breit. Wenn man das Fenster kleiner als 660 Pixel zieht, wird die Suchmaske rücksichtslos verdeckt und dadurch unbenutzbar. Auch theoretische Probleme sind Probleme.


Screenshot der Firefox-Suche

Will man alle Treffer sehen, muss man auf »Hervorheben« klicken. Lästig.

Firefox unterscheidet wahlweise zwischen Groß- und Kleinschreibung, womit man Suchergebnisse verfeinern kann. Standardmäßig wird nur der aktuelle Treffer mit grüner Farbe hinterlegt, alle anderen Treffer bleiben farblos und somit nicht erkennbar. Es gibt allerdings einen »Hervorheben«-Button, womit auch alle anderen Treffer (mit lila Hintergrund) deutlich gemacht werden. Warum nicht alle Treffer standardmäßig hervorgehoben werden, ist mir ein Rätsel. Noch etwas: Wenn alle Suchergebnisse farblich markiert werden, verzögert sich bei einer Änderung des Suchbegriffs die farbliche Hinterlegung der neuen Treffer etwas … zumindest so lange, dass es auffällt.

Positiv ist allerdings anzumerken, dass Firefox (als einziger Browser) eine sofortige Suche zulässt, d. h. man kann einfach drauflostippen und muss nicht erst das Standardtastaturkürzel eintippen, um die Suche zu starten. Nette Idee!

Internet Explorer

Die Suchleiste befindet sich beim IE unter der Adresszeile und erstreckt sich über die gesamte Fensterbreite. Auch hier besteht das Problem, dass bei kleiner werdendem Browserfenster der Inhalt der Suchleiste verdeckt wird.


Screenshot der IE-Suche

Die Anzeige des aktuellen Treffers könnte deutlicher ausfallen.

Neben den üblichen Standardeingabefeldern kann man die Hervorhebung aller Treffer aktivieren oder deaktivieren. Standardmäßig ist sie sinnvollerweise aktiv, das sollten sich die Leute bei Mozilla ausnahmsweise mal zum Vorbild nehmen. Zusätzlich zur Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinschreibung kann auch explizit nach ganzen Wörtern gesucht werden.

Der IE gibt (wie Chrome und Safari auch) die Anzahl der Treffer aus. Er spricht aber von »Übereinstimmungen«. Bei mehr als 100 Treffern hört er auf zu zählen und sagt: »Mehr als 100 Übereinstimmungen«. Aktuell ausgewählte Treffer werden nur mit der Farbe einer normalen Textmarkierung (dezentes blau) hinterlegt. Das geht sicher eindeutiger.

Opera

Der norwegische Browser sucht sehr solide. Die Suchleiste erstreckt sich über die gesamte Fensterbreite und befindet sich unterhalb der Adresszeile. Zieht man das Fenster kleiner, verkleinern sich dabei auch die Buttons und Beschriftungen … zumindest bis zu einem gewissen Grad. Das macht Opera besser als der IE und Firefox, die sich in dieser Hinsicht eher stur verhalten. Neben der Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinschreibung kann auch nach ganzen Wörtern gesucht werden.


Screenshot der Opera-Suche

Suchergebnisse treten deutlich hervor.

Nach der Eingabe des Suchbegriffs verdunkelt sich die ganze Webseite. In Mac OS X werden die Treffer in grellem türkis angezeigt, in Windows 7 in hellem gelb. Die aktuelle Stelle wird mit einer grünen Box, Schlagschatten und größerem Innenabstand gekennzeichnet. Durch die Verdunkelung der Seite treten insgesamt alle Treffer sehr viel deutlicher hervor. Ein Hinweis auf die Anzahl der Suchtreffer gibt’s allerdings nicht.

Safari

Safari platziert die Suchleiste unter der Adresszeile über die gesamte Fensterbreite. Auch hier wird wie bei Opera die Webseite verdunkelt, um Suchergebnisse noch deutlicher hervorzuheben. Treffer werden mit weißem Hintergrund markiert, die aktuelle Stelle wird gelb, mit Schlagschatten und größerem Innenabstand markant hervorgehoben. Die sofortige visuelle Erfassung der Suchergebnisse schafft Apples Browser meiner Meinung nach am besten.


Screenshot der Safari-Suche

An Safaris Suche gibt es wenig zu bemängeln.

Die Anzahl der Treffer wird angezeigt, allerdings kann Apples Browser (wie der IE) nur bis 100 zählen. Schade.

Fazit

Chrome sucht meiner Meinung nach mit Abstand am besten, vor allem wegen der zusätzlichen Anzeige der Suchergebnisse im Scrollbalken. Firefox hingegen hat mich etwas enttäuscht, da er nicht standardmäßig alle Treffer hervorhebt.